Roh gezimmert,
zugig, offen.
Dennoch Obdach
für ein Paar.
Zeigt der Stall,
man ist betroffen,
wie des Heilands Ankunft war.
Ochs und Esel
seh'n verlegen,
was da in der
Krippe liegt.
Spüren sie den Gottessegen,
der die Ärmlichkeit besiegt?
Auch die Hirten kommen näher,
schüchtern anfangs, dann mit Mut.
Schafe, Engel,
weise Seher,
schauen, wo das Kindlein ruht.
Diese alten Krippenszenen
prägen sich im Menschen fest.
Rühren fast zu Freudentränen,
wenn man sie im Herzen lässt.
Weihnachts-Krippen.info
Unsere Krippe ist
nicht langweilig
(Verfasser unbekannt)
Der Apfent ist die schönste Zeit vom
Winter. Drei Wochen bevor das Christkindl kommt stellt Papa die Krippe
im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen mithelfen.
Viele Krippen sind langweilig, aber
die unsere nicht, weil wir haben mords tolle Figuren drin. Ich habe
einmal den Josef und das Christkindl auf den Ofen gestellt damit sie es
schön warm haben und es war ihnen zu heiß. Das Christkindl ist schwarz
geworden und den Josef hat es auf lauter Trümmer zerrissen. Ein Fuß von
ihm ist bis in den Platzlteig geflogen und es war kein schöner Anblick.
Meine Mama hat mich geschimpft und gesagt, dass nicht einmal die
Heiligen vor meiner Blödheit sicher sind.
Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, schaut es nicht gut aus.
Aber ich habe gottseidank viele Figuren in meiner Spielzeugkiste und der
Josef ist jetzt der Donald Duck. Als Christkindl wollte ich den Asterix
nehmen, weil der ist als einziger so klein, dass er in den Futtertrog
gepasst hätte. Da hat meine Mama gesagt, man kann doch als Christkindl
keinen Asterix hernehmen, da ist ja das verbrannte Christkindl noch
besser. Es ist zwar schwarz, aber immerhin ein Christkindl.
Weihnachtskrippen: Viel Spaß auch für die "Kleinen"
Hinter dem Christkindl stehen zwei Oxen, ein Esel, ein Nilpferd und ein
Brontosaurier. Das Nilpferd und den Brontosaurier habe ich
hineingestellt, weil der Ox und der Esel waren zu langweilig.
Links neben dem Stall kommen gerade
die heiligen drei Könige daher.Ein König ist dem Papa im letzten Apfent beim Putzen heruntergefallen
und war dodal hin. Jetzt haben wir nur mehr zwei heilige Könige und
einen heiligen Batman als Ersatz.
Normal haben die heiligen drei Könige einen Haufen Zeug für das
Christkindl dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree oder so ähnlich.
Von den unseren hat einer anstatt Gold ein Kaugummipapierl dabei, das
glänzt auch schön. Der andere hat eine Marlboro in der Hand, weil wie
keinen Weihrauch haben. Aber die Marlboro raucht auch schön wenn man sie
anzündet. Der heilige Batman hat eine Pistole dabei. Das ist zwar kein
Geschenk für das Christkindl, aber damit kann er es vor dem Saurier
beschützen.
Hinter den drei Heiligen sind ein paar rothäutige Indianer und ein
kasiger Engel. Dem Engel ist ein Fuß abgebrochen, darum haben wir ihn
auf ein Motorrad gesetzt, damit er sich leichter tut. Mit dem Motorrad
kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt.
Rechts neben dem Stall haben wir ein
Rotkäppchen hingestellt. Sie hat eine Pizza und drei Weizenbier für die
Oma dabei. Einen Wolf haben wir nicht, darum lurt hinter dem Baum ein
Bummerl als Ersatzwolf hervor.
Mehr steht in unserer Krippe nicht, aber das reicht voll. Am Abend
schalten wir die Lampen an und dann ist unsere Krippe erst so richtig
schön. Wir sitzen herum und singen Lieder vom Apfent. Manche gefallen
mir aber die meisten sind mir zu lusert.
Mein Opa hat mir ein Gedicht vom Apfent gelernt und das gehr so:
„Apfent, Apfent, der Bärwurz brennt. Erst trinkst oan, dann zwoa, drei,
vier, dann hauts de mit deim Hirn an d`Tür.“ Obwohl dieses Gedicht recht
schön ist, hat die Mama gesagt, dass ich mir es nicht merken darf.
Im Apfent wird auch gebastelt. Wir haben eine große Schüssel voll Nüsse
und eine kleine mit Goldstaub. Darin wälzen wir die Nüsse bis sie golden
sind, das Christkindl hängt sie später an den Christbaum. Man darf nicht
fest schnaufen weil der Goldstaub ist dodal leicht und fliegt herum,
wenn man hinschnauft. Einmal habe ich vorher in den Goldstaub ein
Niespulver hineingetan und wie mein Vater die erste Nuss darin gewälzt
hat, tat er einen Nieserer, dass es ihn gerissen hat und sein Gesicht
war goldern und die Nuss nicht. Mama hat ihn geschimpft, weil er keine
Beherrschung hat und sie hat gesagt, er stellt sich dümmer an als ein
Kind. Meinem Vater war es recht zuwider und er hat nicht mehr mitgetan.
Er hat gesagt, dass mit dem Goldstaub irgendetwas nicht
stimmt, und Mama hat gesagt, dass
höchstens bei ihm etwas nicht stimmt. Ich habe mich sehr gefreut, weil
es war insgesamt ein lustiger Apfentsabend.
Kurz vor Weihnachten müssen wir unser Wunschzettel schreiben. Meine
Schwester wünscht sich meistens Puppen oder sonst ein Klump. Ich
schreibe vorsichtshalber mehr Sachen auf und zum Schluss schreibe ich
dem Christkindl, es soll einfach soviel kaufen bis das Geld ausgeht.
Meine Mama sagt, das ist eine Unverschämtheit und irgendwann bringt mir
das Christkindl gar nichts mehr, weil ich nicht bescheiden bin. Aber bis
jetzt habe ich immer etwas gekriegt. Wenn ich groß bin und ein Geld
verdiene, dann kaufe ich mir selber etwas und bin überhaupt nicht
bescheiden. Dann kann sich das Christkindl von mir aus ärgern, weil dann
ist es mir wurscht.
Bis man schaut ist der Apfent vorbei und Weihnachten auch und mit dem
Jahr geht es dahin. Die Geschenke sind ausgepackt und man kriegt bis
Ostern nichts mehr, höchstens, wenn man vorher Geburtstag hat.